25. Empfang von Angelaner und Prager Schülern bei der Bürgermeisterin im Historischen Rathaus von Bad Münstereifel

Zum 25- jährigen Jubiläum der Schulpartnerschaft zwischen dem St. Angela- Gymnasium in Bad Münstereifel und dem Erzbischöflichen Gymnasium in Prag lud die Bürgermeisterin Preiser- Marian die Schülerinnen und Schüler der diesjährigen Austauschbegegnung, den Schulleiter des Angela Gymnasiums Herrn Helfer, die begleitenden tschechischen Lehrerinnen Frau Ginzelova und Frau Koskova und die Organisatoren des Austausch Herrn Eich und Herrn Röser am 18.9.2018 in den historischen Ratssaal der Stadt.

Nach ihrer Begrüßung gratulierte die Bürgermeisterin den anwesenden Vertretern beider Schulen zum Silberjubiläum ihrer Zusammenarbeit und würdigte in einer ausführlichen Rede die besondere Bedeutung dieses Kulturaustauschs angesichts der schweren historischen Belastung in der Beziehung zwischen Tschechen und Deutschen.

Während der gesamten Veranstaltung wurden Ausführungen der Redner durch die Prager Lehrerin, Frau Jana Ginzelova, in einem perfekten Deutsch simultan übersetzt.

Am Beispiel des deutschsprachigen Schriftstellers Kafka, der in Prag lebte, stellte die Bürgermeisterin die Verfolgung der jüdischen Familien während der Besetzung Tschechiens durch die Nationalsozialisten dar.

Sie hob auch hervor, dass viele Münstereifeler Juden nach Theresienstadt vor den Toren Prags deportiert wurden. Daher sei es sehr wichtig gewesen, dass das St. Angela Gymnasium im letzten Jahr eine Gedenktafel in Theresienstadt angebracht habe. „Gerne wäre ich bei der feierlichen Einweihung dabei gewesen. Ich habe mir sagen lassen lassen, dass die besonders schöne Tafel im Kolumbarium von Theresienstadt die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich zieht.“

In ihrem Rückblick stellte sie aber auch heraus, dass es „viel mehr Gemeinsames, mehr Verbindendes als Trennendes in der Geschichte beider Völker gibt.

Mit dem Sprichwort „Prag ist ein Mütterchen, dieses Mütterchen hat Krallen“ unterstrich sie, dass der Schüleraustausch mit Prag die Angelaner fest in seinen Bann zieht und immer beliebter wird.

Den jungen Leuten wünschte sie beim diesjährigen Austausch eine schöne, erlebnisreiche Zeit in Bad Münstereifel, tolle Begegnungen und einen besonders abwechslungsreichen Aufenthalt: „Humor, miteinander lachen sind auch Aspekte, die beim Austausch nicht zu kurz kommen werden“

Der Schulleiter des Angela Gymnasiums, Herr Helfer, betonte, dass nicht nur der historische Hintergrund von großer Bedeutung für den Schüleraustausch sei, sondern  thematisierte ebenfalls die Wichtigkeit aus pädagogischer und politischer Sicht.

Er hob hervor, dass es in der europäischen Gesellschaft immer dann gut ging, „wenn die Betonung des Gemeinsamen besonders intensiv war.“

Er kritisierte alle Ideologien, die auf Abschottung und Überhöhung des jeweils Eigenen abzielen. Angesichts der aktuellen Situation in Europa zeigte er sich besorgt und stellte es als besondere Aufgabe von christlichen Schulen dar, dem entgegenzuwirken.

Zur Gedenktafel in Theresienstadt, welche in einem Schülerprojekt des Angela Gymnasiums entworfen worden war, führte er aus, dass ohne die Unterstützung der Bürgerstiftung und der Stadt Bad Münstereifel die Realisierung nicht möglich gewesen wäre und dankte in diesem Zusammenhang der Bürgermeisterin für diese Hilfe.

Zum Schluss seiner Rede äußerte er an die Schülerinnen und Schüler gewandt die Hoffnung, dass sie aufziehende Gefahren für unsere demokratischen Gemeinwesen erkennen und diesen verantwortungsbewusst begegnen.

Zudem wünschte er der Schulpartnerschaft noch viele weitere Jahre lebendiger und dynamischer Austauschfahrten.

An die Bürgermeisterin richtete er die herzliche Einladung, die Jubiläumsfahrt im kommenden Mai des nächsten Jahres nach Prag zu begleiten und die Gedenktafel in Theresienstadt persönlich in Augenschein zu nehmen.

  

 

Ann- Christin Udelhofen und Sina Hadijan (Jahrgangsstufe 10)