425 Jahr Schultradition in Bad Münstereifel – Das Erzb. St.-Angela-Gymnasium feiert mit Kardinal Woelki

Am Donnerstag, den 06.06.2019, feierte die Schulgemeinde des Erzbischöflichen St.-Angela-Gymnasiums (SAG) ein Fest anlässlich der 425jährigen Schultradition in Münstereifel, die ihren Anfang nahm mit einer Idee der Münstereifeler Bürgerin Margareta Lynnerie. Diese wollte Mädchen die Möglichkeit zu Bildung und bürgerlicher Erziehung geben und eröffnete im Jahr 1594 – also vor 425 Jahren – die Schule „Zum Salvator“.

Den Auftakt zum Festtag bildete ein Pontifikalamt mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in der Turnhalle, die nicht nur mit der gesamten Schulgemeinde, sondern auch mit zahlreichen Gästen sehr gut besetzt war. In seiner Ansprache griff der Kardinal das Thema des Gottesdienstes: „Seid wachsam mit weitem und sehnsüchtigem Herzen“ auf. Mit Hinweis auf die im Evangelium (Mk 13.33-37) ausgedrückte Aufforderung zur Wachsamkeit schlug er eine Brücke von diesem Diktum der Hl. Angela zu Margareta Lynnerie als der Begründerin der Münstereifeler Schultradition: sie sei ebenso wie die hl. Angela wachsam gewesen und habe sich mit den Umständen ihrer Zeit nicht abfinden wollen. Auch heute gehe es darum, Visionen zu haben und eine Sehnsucht in sich zu tragen, diese Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Maßgeblich sei hierfür, dass ein jeder sich der Begabungen und Fähigkeiten bewusstwerde, die den Menschen von Gott im Heiligen Geist geschenkt worden seien. „Aufgabe einer kirchlichen Schule wie des St.-Angela-Gymnasiums ist es, diese Charismen zu fördern und so die Schülerinnen und Schüler in den Stand zu setzen, Gestaltung von Kirche und Gesellschaft zu übernehmen“, hob der Kardinal hervor.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt durch den Seelsorgebereichsmusiker Volker Prinz während die Gemeindegesänge von einem Schülerensemble unter Leitung von Lehrer Bruno Hofer begleitet wurden. Am Ende nahm Prinz die Klänge des Schlussliedes „Jesus Christ, you are my life“ auf und formte daraus ein imposantes Nachspiel zum Auszug.

Zu Beginn des Festaktes für die geladenen Gäste im Foyer des Neubaus der Schule begrüßte Schulleiter Bernhard Helfer die Anwesenden und griff einen Gedanken auf, den Kardinal Woelki im Gottesdienst thematisiert hatte: die Parallelität Margareta Lynneries und der Hl. Angela hinsichtlich der Mädchenförderung im Sinne religiöser und weltlicher Bildung. Der Grundanspruch sei unabhängig von der Schulform und im Laufe der Jahrhunderte auch unabhängig vom Träger der Schule immer derselbe geblieben. So „gibt uns unsere Geschichte das Vertrauen, die Gegenwart und die Zukunft im Geiste Margareta Lynneries, Angela Mericis und all der vielen anderen, die uns im Laufe der vergangenen Jahrhunderte inspiriert haben, zu meistern.“ Und das in dem Bewusstsein: „Das St.-Angela-Gymnasium ist unsere – nicht irgendeine Schule.“

Dr. Bernadette Schwarz-Boennecke, Hauptabteilungsleiterin der Abteilung Schule/Hochschule, betonte die gesellschaftliche Funktion Katholischer Schulen gerade in der heutigen Zeit. Mit einem Zitat Harald Häuplers, eines der Direktoren der Stiftung „Katholische Freie Schule“, bemerkte sie: „Wenn die Kirche im doppelten Sinn des Wortes ‚Schule macht‘, besetzt sie damit ein wichtiges gesellschaftliches Feld. Sie geht auf die Menschen zu, statt abzuwarten, dass diese selbst kommen.

Mit ihren Schulen ist die Kirche deshalb dort, wo sie sonst nicht ist. Sie macht ihr Angebot genau da, wo gesellschaftliche Prozesse ablaufen.“

Der Leitende Regierungsschuldirektor Stefan Sieprath freute sich über die gute Zusammenarbeit innerhalb der Bezirksdirektorenkonferenz, der Schulleiter der staatlichen wie auch der Schulen in freier Trägerschaft angehören. „Ich bin zuversichtlich, dass wir wie in den vergangenen Jahren auch in Zukunft sehr gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten werden“, wandte er sich an Schulleiter Helfer. „Allerdings“, so schloss er sein Grußwort, „werde ich wohl bei der Jubiläumsveranstaltung zur 425-Jahr-Feier nicht dabei sein, da ich dann bereits im Ruhestand sein werde.“

Das St.-Angela-Gymnasium habe einen festen Platz in der Bildungslandschaft Bad Münstereifels, bekräftigte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Sie betonte Ihre Verbundenheit mit der Schule mit dem Hinweis, dass sie gerne und regelmäßig an Veranstaltungen des St.-Angela-Gymnasiums wie z.B. an den alljährlichen Feierlichkeiten im Rahmen der Verabschiedung der Abiturientia teilnehme. „In diesem Jahr fand der Austausch mit dem Prager Arcibiskupské Gymnázium und dem Erzb. St.-Angela-Gymnasium (SAG) zum 25. Mal statt. Aus diesem Anlass habe ich gemeinsam mit Schulleiter Helfer eine Schülergruppe nach Prag begleitet.“

Während des Festaktes hatte bereits um die Schule ein vielfältiges Programm begonnen. Ein „Lebend-Kicker“ sorgte ebenso für Unterhaltung wie unterschiedliche sportliche Aktivitäten unter dem Motto „Sport vor 425 Jahren – aber nicht nur“. Die Sport-Fachschaft hatte verschiedene Stationen aufgebaut. Ganz gleich, ob „Schweinetreiben“, Schwertkampf, Lanzenkampf, Sackhüpfen, „Schuhweitkick“, Schubkarrenrennen, Balanceakt oder auch bei der Aktion „Fliegendes Hufeisen“ – überall konnte man sportliche Fitness sowie Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Nach dem Festakt hatten auch die geladenen Gäste die Möglichkeit, sich ein Bild von den verschiedenen Angeboten zu machen. Und auch der Kardinal machte beim „Schweinetreiben“ mit.

Selbstverständlich verursachen solche schweißtreibenden Tätigkeiten Hunger und Durst. Aber auch für diese Situation war vorgesorgt: ein opulentes Kuchenbuffet, welches auch herzhafte Kleinigkeiten bereithielt, sowie ein Waffelstand, den die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 mit ihrer Jahrgangsstufenleiterin Corinna Carbone ebenso betreuten wie den Getränkestand, boten hinreichend Möglichkeit, sich mit allem Nötigen zu versorgen.

Auf der Bühne präsentierten die Klasse 5c unter Leitung von Julia Dörflinger den „Zwergentanz mit Otto“ und die Schülerinnen und Schüler einiger Klassen aus den Jahrgangsstufen 5 und 6 hatten mit Musiklehrerin Claudia Backes einen Rap einstudiert.

Das Bläserensemble, das die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernommen hatte, unterstützte die Musikerinnen und Musiker der Bigband des Erzb. St.-Joseph-Gymnasiums, die als Gäste aus Rheinbach gekommen waren. Michael Bornemann, der Schulleiter des St.-Joseph-Gymnasiums, bemerkte: „Als Bruno Hofer, der regelmäßig in unserer Bigband als Aushilfe mitspielt, mich fragte, ob die Möglichkeit bestehe, dass die Bigband bei dem Fest in Bad Münstereifel auftritt, habe ich gerne zugestimmt. Gemeinsam haben wir überlegt, wie es gelingen könnte, trotz Klassenarbeiten und Klausuren, die heute zu schreiben waren, den Auftritt zu realisieren.“ Unter Leitung von Musiklehrer Andreas Wiedemann bot die Bigband einen beeindruckenden Einblick in ihr reichhaltiges Repertoire: „Opus One“, „Groovemeister“ waren ebenso zu hören wie Stücke der Band Earth, Wind and Fire oder „The Best of Queen“, „The Misérables“. Themen aus dem Musical „König der Löwen“ gefielen besonders den jungen Zuhörern. Schulleiter Helfer dankte den Musikern und seinem Schulleiterkollegen Bornemann, der nicht nur die Schülerinnen und Schüler des St.-Joseph-Gymnasiums nach der 4. Stunde vom Unterricht freigestellt hatte, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer, die im Ensemble mitspielen. Nach langanhaltendem Applaus beschloss die Bigband das Schulfest mit der Zugabe „Disco lives“.

Bruno Hofer

 

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