Morgenandacht für Montag 22.02.2021

Wir beginnen diese neue Woche wie immer gemeinsam: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“


Am vergangenen Mittwoch, dem sog. „Aschermittwoch“ hat die Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern angefangen. Aber ... was soll die Fastenzeit eigentlich bewirken?


Stellt es euch so vor: An Weihnachten, welches ja schon wieder fast 2 Monate her ist,  sind wir ganz nah bei Jesus angekommen, um seinen Geburtstag zu feiern, um ihn in dieser Welt willkommen zu heißen. Doch schnell hat uns nach Weihnachten der Alltag wieder eingeholt. Dabei kommt es ggf. vor, dass man am Ende des Tages feststellt, dass man nicht einen einzigen Gedanken an Gott verschwendet hat. Vielleicht war man auch nicht besonders aufmerksam, seinen Mitmenschen gegenüber, oder man hat wahnsinnig viel Zeit irgendwie sinnlos am Handy oder vor einem anderen Bildschirm verbracht.


Der Aschermittwoch lädt dazu ein, mal wieder innezuhalten, ehrlich sein Leben zu reflektieren und festzustellen, dass man sich doch in der letzten Zeit so nach und nach immer weiter von Gott, von Jesus entfernt hat. Plötzlich, und das ist irgendwie passiert, denkt man, Mensch, Jesus, du bist echt, ganz schön weit weg! Mit dem Aschekreuz wurde uns gesagt: Kehr um, und glaube an das Evangelium!  Es ist ein wirkliches Umkehren, ein Umdrehen nötig, um wieder auf Jesus zu schauen, ihn in den Blick zu nehmen und jetzt, die 40 Tage der Fastenzeit zu nutzen, Schritt für Schritt wieder auf Jesus zuzugehen. Dazu gibt es die unterschiedlichsten Vorsätze: z.B. auf Süßigkeiten zu verzichten, das Handy mal öfter zur Seite zu legen oder den Fernseher nicht anzustellen. Grundsätzlich gut, aber man muss aufpassen, dass es immer in diesen Maßnahmen darum gehen soll, Jesus wieder näher zu kommen. Das ist das Ziel. Was hilft es, wenn ich auf das Handy verzichte und statt dessen den Laptop nehme? Oder auf Süßes verzichte mit dem Ziel, dass in ein paar Wochen die Lieblingsjeans wieder besser passt?


Ich glaube, dass die Zeit vorbei ist, in der wir Gott, anderen oder uns selbst etwas vormachen müssten, wenn es um die Fastenzeit geht. Wenn wir uns vornehmen, auf Süßigkeiten zu verzichten, könnte jeder Moment, in dem wir am liebsten doch ein Stück Schokolade oder etwas anderes naschen würden, ein Moment sein, an Jesus zu denken, und ihm zu sagen, für dich verzichte ich jetzt doch darauf. Du hast so viel für mich getan, jetzt tue ich etwas für dich. Oder die Zeit, die in der Woche für das Gucken in unterschiedliche Bildschirme draufgeht, zu nutzen, um mal wieder einen Freund anzurufen, Oma einen Brief zu schreiben oder bewusst nach einer Gelegenheit Ausschau zu halten, jemandem etwas Gutes zu tun oder zu sagen. So kommen wir Schritt für Schritt Jesus wieder näher und nutzen die 40 Tage der Fastenzeit wirklich.


Und in dieser Zeit stärke und begleite uns auf unserem Weg der gute und auf uns wartende Gott: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.